BGH, Beschluss vom 7. November 2011 – II ZR 215/11

HGB §§ 28, 128

Der in eine bestehende BGB-Gesellschaft eintretende Neugesellschafter durfte bis zur Änderung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Rechtsfähigkeit der BGB-Gesellschaft und deren Haftungsverfassung grundsätzlich darauf vertrauen, nicht mit seinem Privatvermögen für Altverbindlichkeiten der Gesellschaft haften zu müssen (vgl. grundlegend BGH, Urteil vom 7. April 2003 II ZR 56/02, BGHZ 154, 370, 377 f.; einschränkend Urteil vom 12. Dezember 2005 II ZR 283/03, ZIP 2006, 82 Rn. 12 ff.; Urteil vom 19. Juli 2011 – II ZR 300/08, ZIP 2011, 1657 Rn. 40 ff.). Erst recht muss dies für den Gründungsgesellschafter einer BGB-Gesellschaft gelten, die zu einer Zeit gegründet wurde, als mangels Anerkennung der Rechtsfähigkeit der BGB-Gesellschaft weder in der Literatur noch in der Rechtsprechung die analoge Anwendung des § 28 HGB auf BGB-Gesellschaften – und schon gar nicht auf eine BGB-Gesellschaft aus Freiberuflern – ernsthaft erwogen wurde.

Schlagworte: BGB-Gesellschaft, GbR, Gesellschafter, Personengesellschaft

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