BGH, Urteil vom 24. Juni 2002 – II ZR 256/01

GenG § 73

a) Der Anspruch des ausscheidenden Genossen auf Auszahlung des Auseinandersetzungsguthabens ist vor der Feststellung der Bilanz und damit ab Ausscheiden aus der Genossenschaft erfüllbar (Lang/Weidmüller/Metz/Schaffland, GenG 33. Aufl. § 73 Rdn. 11; Beuthien, GenG 13. Aufl. § 73 Rdn. 7; a. A. Müller, GenG 2. Aufl. § 73 Rdn. 13; Hettrich/Pöhlmann/Gräser/Röhrich, GenG 2. Aufl. § 73 Rdn. 5 f.).

b) Der Anspruch gelangt mit dem Ausscheiden aus der Genossenschaft zur Entstehung, ohne dass es darauf ankommt, ob man mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes annimmt, bei dem Anspruch auf Auszahlung des Auseinandersetzungsguthabens nach Ausscheiden des Gesellschafters einer GmbH – für die Genossenschaft kann nichts anderes gelten – handele es sich um einen künftigen Anspruch, der erst mit dem Ausscheiden entsteht, aber in seinem Kern bereits zuvor vorhanden ist (BGH, Urteil vom 11. Juli 1988 – II ZR 281/87, ZIP 1988, 1545; ebenso BGH, Urteil vom 9. März 2000 – IX ZR 355/98, ZIP 2000, 757) oder ob man mit der Literatur von einer Entstehung des Anspruchs schon mit dem Beitritt zur Genossenschaft, allerdings aufschiebend bedingt durch das Ausscheiden des Genossen (Lang/Weidmüller/Metz/Schaffland aaO, § 73 Rdn. 12; Beuthien aaO, § 73 Rdn. 6; Müller aaO, § 73 Rdn. 12), ausgeht.

Schlagworte: Abfindung, Auseinandersetzung, Auseinandersetzungsbilanz, Ausscheiden, Bilanz, Feststellung, Genossenschaft

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