BGH, Urteil vom 8. Oktober 2013 – II ZR 272/12

HGB § 172

a) Gesellschaftsverträge von Publikumsgesellschaften sind objektiv auszulegen (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 19. März 2007 – II ZR 73/06, ZIP 2007, 812 Rn. 18; Urteil vom 1. März 2011 – II ZR 16/10, ZIP 2011, 957 Rn. 8; Urteil vom 19. Juli 2011 – II ZR 153/09, ZIP 2011, 1906 Rn. 11; Urteil vom 12. März 2013 – II ZR 73/11, ZIP 2013, 1222 Rn. 13 m. w. N.). Dabei unterliegen die Regelungen in Gesellschaftsverträgen von Publikumsgesellschaften unabhängig davon, ob die Bereichsausnahme des § 310 Abs. 4 BGB eingreift, einer ähnlichen Auslegung und Inhaltskontrolle wie Allgemeine Geschäftsbedingungen (BGH, Urteil vom 27. November 2000 – II ZR 218/00, ZIP 2001, 243, 244; Urteil vom 12. März 2013 – II ZR 73/11, ZIP 2013, 1222 Rn. 14 m. w. N). Hieraus folgt in Anlehnung an § 305c Abs. 2 BGB, dass Zweifel bei der AuslegungBitte wählen Sie ein Schlagwort:
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zu Lasten des Verwenders gehen (BGH, Urteil vom 13. September 2004 – II ZR 276/02, ZIP 2004, 2095, 2097 f.; Urteil vom 12. März 2013 – II ZR 73/11, ZIP 2013, 1222 Rn. 14).

b) Nach der gesetzlichen Systematik in § 172 Abs. 4 HGB wird die anfängliche Nichtleistung der Hafteinlage mit der nachträglichen Rückzahlung gleichstellt.

Schlagworte: Inhaltskontrolle, objektive Auslegung des Gesellschaftsvertrags, Publikumsgesellschaft, Publikumspersonengesellschaft, Zweifel bei der Auslegung

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