KG, Urteil vom 11.05.2000 – 2 U 4203/99

§ 43 GmbHG

Die nach § 43 Abs. 2 GmbHG bestehende Pflicht eines Geschäftsführers umfasst die Führung der Gesellschaft unter aktiver Verfolgung des Gesellschaftszwecks (vgl. hierzu BGH WM 1989, 1335 ff.; Scholz/Schneider, GmbHG, 9. Aufl., § 43 Rdn. 26; Marsch-Barner/Diekmann in Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, GmbHG, § 46 Rdn. 6). Der Geschäftsführer hat die Sorgfalt eines selbständigen treuhänderischen Verwalters fremder Vermögensinteressen zu beachten (Lutter/Hommelhoff, a.a.O., § 43 Rdn. 21). Dabei hat er insbesondere bestehende Geschäftschancen der Gesellschaft in deren Interesse wahrzunehmen (BGH a.a.O., 1339; Scholz/Schneider, a.a.O., § 43 Rdn. 144 ff.), die Gesellschaft gewinnbringend zu führen (Brandtmüller, Der GmbH-Geschäftsführer, 10. Aufl., Rdn. 307) und die wirtschaftlichen Vorteile der Gesellschaft zu wahren (Meyke, Die Haftung des GmbH-Geschäftsführers, 1998, Rdn. 22).

Ein GmbH-Geschäftsführer handelt pflichtwidrig iSv GmbHG § 43 Abs 2, wenn er Mietverträge über Geschäftsräume, die die Gesellschaft gewinnbringend untervermieten kann, auf eine Gesellschaft, deren Prokurist er ist, ohne Gegenleistung überträgt.

Schlagworte: Geschäftsleiterpflichten, Haftung nach § 43 GmbHG, Innenhaftung, Mietvertrag, Pflichtverletzung nach § 43 Abs. 2 GmbHG

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