BGH, Beschluss vom 10. Juli 2012 – II ZR 122/10

AktG §§ 121 a. F., 241 ff.

a) Die Modalitäten der Bevollmächtigung eines Stimmrechtsvertreters fallen nicht unter die nach § 121 Abs. 3 Satz 2 AktG a. F. in der Einladung anzugebenden Bedingungen der Teilnahme an der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft oder der Ausübung des Stimmrechts (BGH, Urteil vom 19. Juli 2011 – II ZR 124/10, ZIP 2011, 1813 Rn. 12 f.; ebenso BGH, Urteil vom 19. Juli 2011 – II ZR 246/09, BGHZ 190, 291 = ZIP 2011, 1862 Rn. 41).

b) Anfechtungs- und Nichtigkeitsgründe bilden einen einheitlichen Streitgegenstand, sofern sie auf denselben Lebenssachverhalt gestützt sind, (BGH, Urteil vom 17. Februar 1997 – II ZR 41/96, BGHZ 134, 364, 366 f.; Urteil vom 1. März 1999 – II ZR 305/97, ZIP 1999, 580).

c) Es kann offen bleiben, ob Hauptversammlungsbeschlüsse aufgrund eines Einladungsmangels anfechtbar sind, wenn der Kläger diesen Anfechtungsgrund nicht innerhalb der einmonatigen Anfechtungsfrist des § 246 Abs. 1 AktG geltend gemacht hat (vgl. BGH, Urteil vom 9. November 1992 – II ZR 230/91, BGHZ 120, 141, 157; Urteil vom 16. Februar 2009 – II ZR 185/07, BGHZ 180, 9 Rn. 34 – Kirch/Deutsche Bank).

Schlagworte: Anfechtungsfrist, Anfechtungsgründe, Beschlussmängel, Einberufung, Einberufungsmängel, Nichtigkeitsgründe, Streitgegenstand

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