BGH, Beschlüsse vom 19. Juli 2011 – II ZR 86/10, II ZR 87/10, II ZR 88/10

BGB § 134; ZPO § 134

a) Wenn der Gesellschaftszweck einer Gesellschaft gegen ein gesetzliches Verbot verstößt, führt dies gemäß § 134 BGB zur Nichtigkeit des Gesellschaftsvertrages (vgl. BGH, Urteil vom 25. März 1974 – II ZR 63/72, BGHZ 62, 234, 240). Dem steht die Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft nicht entgegen. Danach wird zwar eine Gesellschaft, deren Gründungsakt an einem Fehler leidet, die aber in Vollzug gesetzt worden ist, grundsätzlich als wirksam behandelt. Das gilt aber dann nicht, wenn die Gründung gegen ein gesetzliches Verbot verstößt, wie etwa gegen Art. 1 § 1 RBerG (BGH, Urteil vom 25. März 1974 – II ZR 63/72, BGHZ 62, 234, 240 f.; im Grundsatz ebenso BGH, Urteil vom 16. Dezember 2002 – II ZR 109/01, BGHZ 153, 214, 222).

b) Eine Gesellschaft mit unwirksamem Gesellschaftsvertrag ist nicht parteifähig im Sinne des § 50 ZPO.

Schlagworte: fehlerhafte Gesellschaft, Gesellschaftsvertrag, Nichtigkeitsgründe

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